[Rezension] Ein verfänglicher Augenblick / Sullivans 2


Ein verfänglicher Augenblick von Bella Andre

Hallo ihr Lieben,

nachdem ich Teil 1 der Sullivan-Reihe extra nochmal für den Blog gelesen habe, muss nun logischerweise auch Teil 2 folgen. “Ein verfänglicher Augenblick” wurde geschrieben von Bella Andre und erschien am 22.10.2015. Anders als Teil 1 wurde der Nachfolger nicht von Christine L. Weiting übersetzt, sondern von Helga Murauer. Warum ich das extra erwähne? Es ist mir beim Lesen aufgefallen und das ist mir wirklich noch nie passiert! Die Formulierungen waren an einigen wenigen Stellen sehr komisch, so dass ich zweimal über die selbe Stelle ließ und mir der Ausdruck trotzdem nicht bekannt war. (Beispiel: “Danke, dass du daran gedacht hast, dass ich kalt haben könnte.” Nach ein wenig Recherche habe ich herausgefunden, dass das wohl im südlichen Raum eher geläufig ist.)

Aber da ich nicht schon alles in der Einleitung verpetzen möchte, fange ich wohl mal in gewohnter Reihenfolge mit dem Klappentext an.

Klappentext:

36 Jahre lang war Marcus Sullivan der verantwortungsvolle ältere Bruder, der nach dem frühen Tod seines Vaters einsprang, um sich um seine sieben Geschwister zu kümmern. Aber als klar wird, dass seine perfekte Zukunft nichts anderes als eine Lüge ist, braucht Marcus eine unbekümmerte Nacht, um zu vergessen.

Nicola Harding ist wegen ihrer sinnlichen Pop-Songs weltweit nur unter dem Namen Nico bekannt. Niemand weiß, dass die 25-jährige Sängerin keinesfalls das Sex-Häschen ist, für das sie jeder hält. Nach der Trennung von einem Mann, der ihren Ruhm mehr liebte als sie, will sie niemanden mehr an sich herankommen lassen, der ihr wahres Ich entdecken könnte, um sie dann wie der letzte Mann zu verletzen. Insbesondere nicht den umwerfenden Fremden, dem sie in einem Nachtclub begegnet.

Und obwohl beide gegen die stärker werdenden Gefühle und die knisternde Anziehung anzukämpfen versuchen, fühlen sie sich immer näher zueinander hingezogen. So nahe, dass ein verfänglicher Augenblick nie genug wäre.

Die Geschichte:

Also mal Butter bei die Fische: Aus dem Klappentext hätte der nächste Knüller der Sullivan-Reihe werden können, nachdem ich Teil 1 zu meinen absoluten Lieblingsbüchern erklärt habe. Hätte, hätte, Fahrradkette. Bella Andre hat im ersten Band die Gefühle und Gedankengänge so toll niedergeschrieben, dass ich genickt habe und dachte: Jupp, so würde ich mich auch fühlen. In “Ein verfänglicher Augenblick” fehlte mir dieses Feeling komplett.

Der Klappentext umschreibt schon ziemlich genau, was in diesem Buch passiert. Nicht mehr und nicht weniger, denn die meiste Zeit verbringen die beiden sprichwörtlich in der Kiste. Manchmal schläft nur sie, manchmal beide und meistens beide miteinander. Und das wurde nach einer Weile so fürchterlich langweilig… Die Geschichte schien wirklich auf der Stelle zu stehen, nichts vorwärts und nichts zurück. Zum Ende hin kamen dann ein bisschen die Gefühlspassagen ins Spiel, aber meistens in Form von inneren Kämpfen und Streit, das brauch dann auch niemand.

Die Charaktere:

Marcus hatte man flüchtig schon in Teil 1 kennen gelernt, denn ihm gehört das Weingut. Er wirkte immer eher ruhig, beherrscht und schien mir ein angenehmer Zeitgenosse zu sein. “Ein verfänglicher Augenblick” zerstörte dieses Bild komplett. Marcus ist plötzlich ein ziemlich dominanter Zeitgenosse, der niemandem seinen Willen aufzwingt, aber doch deutlich sagt wo die Reise hingeht. Entweder man tanzt nach seiner Pfeife oder naja… was sonst passiert konnte ich leider nicht herausfinden.

Nicola ist in der Medienwelt als Sex-Häschen verschrien, das niemals etwas anbrennen lässt. Eigentlich ist sie aber eher das nette Mädchen von nebenan, dass in einigen Situationen hilflos überfordert ist und einfach nicht weiß, wem sie vertrauen kann und ob sie gerade das richtige tut.

Die Kombination aus diesen beiden Charakteren funktioniert für mich gar nicht. Eigentlich müsste Marcus sie als starker Charakter an die Hand nehmen und leiten, aber im Prinzip diktiert er sie nur herum und lässt sie in den wichtigen Belangen im Regen stehen. Unbestreitbar gibt es eine Anziehung zwischen den beiden, aber im echten Leben würde ich ihnen kein Jahr geben, bevor ihre Beziehung in einem hässlichen Krieg endet.

Wie auch in Teil 1 sind die Nebencharaktere eher unwichtig. In diesem Teil sogar eher zweitrangig, da sie kaum eine nennenswerte Rolle einnehmen und keine Stütze der Geschichte sind. Einzige Ausnahme: Lory Sullivan, die kleine Schwester von Marcus. Aber wenn ich jetzt hier mehr verrate, herrscht wieder Spoileralarm.

Das Fazit:

Meine Euphorie, dass ich nun endlich nach Band 2 greifen konnte, zerplatzte ziemlich schnell. Der Einstieg zu “Ein verfänglicher Augenblick” gefiel mir noch gut, aber nach der dritten, vierten oder fünften Bettszene war ich schon leicht genervt. Auch die Charaktere entwickelten sich nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte und so war das Buch für mich leider ein Reinfall. Vielleicht lag es an der anderen Übersetzerin, aber eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, dass das so einen riesen Einfluss auf das Buch nimmt. Also in der Wortwahl bestimmt, aber nicht in Bezug auf Charaktere und Geschichte. Band 3 wurde von Sophie Beck übersetzt, also wieder jemand neues. Ob sich das so weiter zieht? Ich werde es merken, denn ich gebe die Reihe noch nicht auf!

Die Bewertung:

Geschichte ♥♥ | Charaktere ♥♥♥ | Landschaft/Szenerie ♥♥♥ | Emotionen ♥♥♥  = 2,75 Herzen

Meine Rezension zu Teil 1 “Liebe in deinen Augen” findest du hier.

Andraya


Achtung, ab hier gibt es Werbung:

Titel des Buches: Ein verfänglicher Augenblick*
Autor: Bella Andre
Verlag: Oak Press
ISBN: 9781938127656
Erscheinungsdatum: 22.10.2015

Seiten: 249 Seiten
Format: eBook
Preis: 5,99 € (eBook)

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