[Smalltalk] Ich dachte ich wäre fit / Volksradfahren


Smalltalk Volksradfahren

Hallo ihr Lieben,

heute plaudere ich mal wieder etwas aus dem Nähkästchen, denn ich hatte heute eine erschreckende Erkenntnis: Meine Fitness ist dahin. Also weg. So komplett. Seit meinem 13ten Lebensjahr besuchte ich wöchentlich eine Reitstunde und arbeitete mich durch schweißtreibende Dressurlektionen, die meine Beine, den Hintern sowie Bauch- und Rückenmuskeln trainierten. Mag man gar nicht glauben, was “so ein bisschen reiten” alles bewirken kann. Vor etwa 4,5 Jahren bin ich ja nun in Deutschlands Norden umgezogen und da hier so viel zu tun ist und dadurch auch die Finanzen manchmal nichts ganz stimmen, habe ich es bis heute nicht wieder aufs Pferd geschafft. Nicht so schlimm dachte ich. Hast ja nicht zugenommen. Wird schon gehen. Ähm ja.

Schon vor Wochen habe ich meiner besseren Hälfte angekündigt, dass wir bei passendem Wetter (unter 25 Grad und kein Regen) dieses Jahr unbedingt am Volksradfahren auf dem Truppenübungsplatz Bergen teilnehmen. Kostet nix und ist quasi gleich um die Ecke, wir müssen die Räder also nicht transportieren. Mein Beschluss stieß nicht gerade auf riesige Begeisterung, wurde aber abgenickt. So weit so gut. Heute morgen habe ich dann die Nase aus dem Dachfenster gereckt und da die Außentemperatur gefühlstechnisch den Prognosen entsprach (25 Grad bei Sonne und etwas Wind) ging es mit etwas  jeder Menge Verspätung (Bessere Hälfte = Schlafmütze) auf die Reise.

Am Start/Ziel-Punkt konnte man sich auf einer Karte für eine Route entscheiden, drei Streckenlängen standen für das Volksradfahren zur Auswahl. Beginnend bei 27km, etwas über 50km oder die volle Runde über 72km. Im Kopf rechnete ich schon mal zurück, wann ich zuletzt mehr als 20km auf dem Fahrrad zurück gelegt hatte. Da war ich definitiv noch in der Schule! Naja, Arschbacken zusammenkneifen und durch.

Schon nach kurzer Distanz (am ersten leichten (!) Anstieg) beschwerten sich meine Oberschenkel das erste mal. “Das kann ja was werden”, war mein Gedanke, aber ich wollte mir vor Micha ja auch keine Blöße geben, denn optisch ist er der Sportmuffel von uns beiden. Also strampelte ich fleißig weiter und wir nahmen dann bald beide etwas Tempo raus. Müssen die Strecke ja nicht im Amateur-Rekordtempo schaffen und selbst die eBikes überholen. Das haben wir natürlich nicht gemacht, die eBike-Senioren waren trotzdem schneller als wir.

Vorher nichts trinken ist nicht besonders klug

Wir hatten nicht mal ansatzweise die Hälfte geschafft, da brauchte ich schon die erste Pause, da ich vergessen hatte zum schnellen Frühstück auch was zu trinken. Naja, was solls, Trinken hatten wir ja reichlich dabei. Wir hatten vielleicht ein Drittel der 27km-Route geschafft, da hörte ich erste klage Laute über ein schmerzendes Hinterteil von meiner rechten Seite. “Wie? Jetzt schon?” Nach kurzer Absprache verkürzten wir die besagte Route auf etwa 17km (lt. Google Maps). An der Kreuzung Sandtannen konnte man nämlich direkt die Heimreise antreten ohne den Schlenker über die Sieben Steinhäuser fahren zu müssen.

Im Nachhinein muss ich sagen, dass das eine verdammt gute Entscheidung war, denn so auf den letzten 2-3 Kilometern machte sich dann auch mein Hintern schmerzhaft bemerkbar und die Kraft ließ ebenfalls nach. Da wird jede Bodenwelle zur Tortur und jeder Mini-Hügel zum Kraftakt. Zuhause angekommen hob ich ächzend das Bein über die Fahrradstange und ließ mich in den Gartenstuhl plumpsen, worauf wieder ein klägliches “Aua” folgte. Ich war sprichwörtlich Fix und Foxy.

Es war im übrigen ziemlich viel los auf den Straßen des Truppenübungsplatzes und Altersmäßig waren wir wohl eher eine Minderheit. Gefühlt bestand das Volksradfahren aus der Generation 45+ bis hin ins hohe Seniorenalter. Auch ein Rollifahrer mit Elektroantrieb rollte später an einem unserer schattigen Pausenplätze vorbei. Den haben wir auch nicht mehr eingeholt 😀

Was lernen wir aus der ganzen Sache? Wieder öfter Fahrrad fahren und im Herbst vielleicht doch mal ein Abo im örtlichen Fitness-Center in Erwägung ziehen. Bis dahin hat meine Freundin auch ihr Baby bekommen und möchte mich vielleicht begleiten, um dem After-Baby-Body den Kampf anzusagen. Meine frühere Abteilungsleiterin hat gerade eine beeindruckende Challenge gestartet, die mich fast motiviert hätte. In den nächsten 100 Tagen je 1 Stunde Sport. Ich denke noch drüber nach, ob ich es ihr gleich tue, die Bilder sind auf jeden Fall der Hammer.

Wie sieht es bei euch aus? Ist der innere Schweinehund auch immer stärker? Die Ausreden einfach zu verlockend? Zu kalt, zu warm, zu nass, zu staubig, muss noch putzen (Haha!) oder die Wäsche machen? Lasst mir doch mal einen Kommentar da, wie ihr euch aufraffen könnt und womit ihr eure Fitness steigert.

Für nächstes Jahr steht der Termin “Volksradfahren” auf jeden Fall wieder im Kalender, wenn denn das Wetter passt. Vielleicht nehmen wir uns dann auch Verstärkung mit und trainieren vorher ein bisschen? Dann kommen wir eventuell auch mal an einer Pausenstation vorbei und können uns ein bisschen Erbsensuppe gönnen. Ich wünsche euch jedenfalls noch einen schönen Sonntag! Ich mümmel jetzt meinen Obstsalat und heute Abend wird gegrillt. Restegrillen und so. Muss auch mal sein.

Bis dann!

 Volksradfahren

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