[Rezension] Was mein Herz dir sagen will


Was mein Herz dir sagen will von Susan Wiggs

Hallo ihr Lieben,

frei nach dem Motto “Was länge währt wird endlich gut” komme ich heute mit einer Rezension zu “Was mein Herz dir sagen will” von Susan Wiggs um die Ecke, das am 5.2.2018 bei Mira Taschenbuch veröffentlicht wurde. Eine Rezension, die ein wenig länger im Entwurf-Modus geblieben ist, als mir lieb war. Aber nicht, weil das Buch furchtbar war, sondern weil es mich wirklich komplett überrascht hat, denn rund um die Spurensuche in der Vergangenheit und die zarte Liebesgeschichte passiert so viel. So viel mehr als ich gedacht hätte. Aber lest selbst!

Klappentext:

Großmutter Lisette hatte ein Geheimnis, dessen ist sich die junge Witwe Camille sicher, als ihr eine Kiste mit vergilbten Aufnahmen in die Hände fällt. Kann es sein, dass ihr Großvater gar nicht ihr wahrer Großvater ist? Unterstützt von dem charmanten Historiker Finn, begibt sie sich auf dem malerischen Landgut ihrer Familie in der Provence auf Spurensuche. Dort erfährt sie nicht nur Unglaubliches über Lisette – in den wogenden Lavendelfeldern von Bellerive entdeckt sie auch, dass Finn der erste Mann sein könnte, den sie seit dem Tod ihres Gatten in ihr Herz lassen möchte.

Die Geschichte:

Camille trägt ein schweres Päckchen, denn sie hat in jungen Jahren auf tragische Weise ihren Mann verloren und versucht seitdem sich und ihre Tochter möglichst sicher durchs Leben zu bringen. Um möglichst vielen Gefahren aus dem Weg zu gehen, versagt sie sich selbst und ihrer Tochter viele Abenteuer und Erlebnisse und schützt sie beide in einem goldenen Käfig. Das ändert sich erst, als sie merkt, dass dieser goldene Käfig mehr Fluch als Segen ist. Daraufhin begibt sie sich mit großer Neugier und den ersten Schmetterlingen im Bauch auf die Suche nach der eigenen Herkunft und reist nach Frankreich. Dort angekommen taucht man erst so richtig in die Geschichte ein und erfährt nach und nach mehr über Großmutter Lisette und ihre ganz besondere Geschichte.

Die ersten 40% von “Was mein Herz dir sagen will” leiten sehr ausführlich in die Geschichte ein und bilden den Rahmen rund um Camille und ihre Tochter. Die Autorin Susan Wiggs stellt nach und nach die Charaktere vor, beschreibt sehr ausführlich und glaubhaft die Gefühle der einzelnen Personen und untermauert diese mit kurzen Teasern in die jüngere Vergangenheit. Ich habe so manches Mal mit Julie (Camilles Tochter) gelitten, denn sie hatte es beim besten Willen nicht leicht und es wurde mir das erste Mal bewusst, dass ich ebenso hilflos wie Camille gewesen wäre. Die erste Hälfte war für mich ziemlich anstrengend zu lesen, da sie hauptsächlich aus tiefsitzender Trauer, Selbstzweifeln, Verlustängsten, aber auch Neid, Missgunst und Hass geprägt ist und nicht wirklich Spaß macht. Aber das ist gut so, denn dadurch kann man erst so richtig in die zweite Hälfte eintauchen!

In der zweiten Hälfte wird das Buch zum Must-Read!

Zugegebener Maßen habe ich das Buch nach der ersten Hälfte erst einmal für vier Wochen zur Seite gelegt. Quasi eine klassische Leseflaut. Dann habe ich mich aufgerafft, mir gesagt, dass das so nicht weiter gehen kann und das Buch beendet. Und ich bin so froh darum! Die Reise geht nun in die französische Provence, wo Camille und Finn den Dachboden umkrempeln um mehr über Lisette herauszufinden. Durch längere Sequenzen aus der Vergangenheit rund um 1940-43, also während der Zeit des zweiten Weltkrieges wird die Suche immer wieder unterbrochen und sorgt für Abwechslung. Eigentlich hasse ich Rückblenden in diese Zeit, weil einfach so viel böses und ungerechtes passiert ist, aber die Autorin hat ein gutes Mittelmaß gefunden um das Lesen angenehm zu gestalten.

Die Szeneriebeschreibungen der Provence sind einfach traumhaft und hätten fast zur Buchung eines Spontanurlaubs geführt! Da ist definitiv meine Fantasie mit mir durch gegangen. Die Liebesgeschichte zwischen Camille und Finn ist eher ein nettes Beiwerk, aber ist nicht Hauptbestandteil des Buches und das war aus meiner Sicht eine gute Entscheidung der Autorin. Susan Wiggs verwob so die Andeutungen aus der ersten Hälfte geschickt mit den Erkenntnissen aus der zweiten Hälfte und am Ende fügte sich alles wunderbar zusammen.

Die Charaktere:

Camille ist irgendetwas zwischen einer klassischen Mutter und einer verrückten Künstlerin. Manchmal streng, dann wieder mitfühlend und sehr häufig hektisch und verplant. So könnte ich in zwanzig Jahren sein 😀 Zu 90% der Zeit konnte ich sie gut leiden, die anderen 10% hat sie die Übermutti raus hängen lassen und ich habe synchron mit Julie die Augen verdreht. Lange Zeit habe ich gegrübelt, was in der Vergangenheit passiert sein könnte, dass Camille zu der Frau und Mutter wurde, die sie ist und im nachhinein kann ich sagen: Absolut verständlich.

Julie ist wirklich niemand, mit dem ich Rollen tauschen möchte. Sie versucht wirklich stark zu sein, aber es wird ihr von ihrem Umfeld nicht leicht gemacht. Der Charakter Julie war der Hauptgrund, warum ich das Buch eine Weile zur Seite legte. Aber nicht, weil ich sie nicht mochte, sondern weil ich so sehr mit ihr gelitten habe. In der zweiten Hälfte blüht sie richtig auf und ich denke sie hat da einen großen Schritt in Richtung “Erwachsen sein” gemacht.

Finn ist irgendetwas zwischen einem Hauptcharakter und einem bedeutenden Nebencharakter. Irgendwie gehört er zur Geschichte dazu, da er auch ein wenig den treibenden Part darstellt, damit die Story nicht ins Stocken gerät. Und doch gerät er im Strudel der Ereignisse manchmal fast in Vergessenheit. Ich möchte nicht allzu viel zu ihm sagen, da das dann schnell in einen Spoiler ausartet, aber ich mochte Finn eigentlich sehr. Ich bezeichne ihn einfach mal als das nette Beiwerk, den Robin zu Batman. Ohne ihn geht nichts, aber er stielt den Hauptcharakteren nicht die Show und sorgt ganz nebenbei für den Hauch Romantik, der das Buch abrundet.

“Was mein Herz dir sagen will” beinhaltet einen ganzen Haufen Charaktere

Nebenher gibt es so viele weitere Charaktere, sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit, die hier einfach den Rahmen sprengen würden. Die Autorin hat einen beachtlichen Rahmen für ihre Geschichte geschaffen, ohne das man sich vor Verwirrung in der Menge an Namen verliert. Einige davon wird man abgrundtief hassen, andere sind so liebenswert, dass man sie einfach mögen muss. Wie ich finde eine tolle Balance, die dem Buch seine Tiefe und seinen Reiz verleiht.

Das Fazit:

Ich hätte nie vermutet, dass mich “Was mein Herz dir sagen will” so sehr beschäftigen würde. Der Klappentext klang erst mal nach einer beliebigen Geschichte rund um die große Liebe und einer Spurensuche in der Vergangenheit. Aber weit gefehlt! Es beschäftigt sich mit so vielen Alltagsproblemen, mit Sorgen und Ängsten von vielen Menschen und bringt doch so viel Lebensfreude und Aufbruchstimmung mit sich, dass ich noch Tage später Lust auf einen spontanen Urlaub in Frankreich hatte. Kleiner großer Tipp von mir: Unbedingt lesen!

Die Bewertung:

Geschichte ♥♥♥♥ | Charaktere ♥♥♥♥ | Landschaft/Szenerie ♥♥♥ | Emotionen ♥♥♥♥♥  = 5 Herzen

Andraya


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Titel des Buches: Was mein Herz dir sagen will*
Autor: Susan Wiggs
Verlag: Mira Taschenbuch (HarperCollins Germany)
ISBN: 978-3956497834
Erscheinungsdatum: 5.2.2018

Seiten: 432 Seiten
Format: eBook und Taschenbuch
Preis: 8,99 € (eBook) und 9,99 € (Taschenbuch)

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